Tschechien abseits der Massen: 11 zauberhafte Kleinstädte unter 10.000 Einwohnern

Während Prag und Brünn die Schlagzeilen beherrschen, liegt der wahre Zauber Tschechiens oft in seinen kleinen Städten. Orte, an denen die Zeit langsamer läuft, die Architektur wie gemalt wirkt und man noch echtes lokales Leben findet. Hier sind 11 Geheimtipps für deine nächste Reise.

1. Telč: Die gemalte Stadt der Renaissance

Telč (Teltsch) gilt als eine der schönsten Städte Tschechiens und gehört völlig zurecht zum UNESCO-Welterbe. Das Herzstück ist der weitläufige Marktplatz, der von lückenlosen Renaissance- und Barockhäusern mit prächtigen Giebeln und Arkaden gesäumt wird – ein Anblick wie aus einer perfekten Filmkulisse, der seit Jahrhunderten nahezu unverändert geblieben ist.

2. Loket (Elbogen) – Die Stadt auf dem Felsen

Eingebettet in einer Schleife des Flusses Eger, wirkt diese Stadt wie eine Filmkulisse. Die massive gotische Burg thront über den bunten Häusern der Altstadt.

3. Mikulov (Nikolsburg) – Wein, Sonne und Barock

Direkt an der Grenze zu Österreich gelegen, ist Mikulov das Herz der mährischen Weinregion. Das imposante Schloss auf dem Felsen und der Heilige Berg (Svatý kopeček) prägen das Panorama.

4. Štramberk (Stramberg) – Die Mährische Walachei

Berühmt für seine Holzhäuser und den Turm „Trúba“. Probiere hier unbedingt die „Stramberger Ohren“ (Štramberské uši), ein traditionelles Honiggebäck.

5. Slavonice (Zlabings) – Sgraffito-Kunst in Perfektion

Eine Stadt (siehe Bild) an der Grenze zu Österreich, die für ihre unglaublich detaillierten Sgraffito-Fassaden aus der Renaissance bekannt ist. Ein Paradies für Architektur-Liebhaber.

6. Nové Město nad Metují – Die Stadt über dem Fluss

Dieses Juwel thront auf einem Felsvorsprung, umschlungen vom Fluss Metuje. Besonders spektakulär ist das Schloss mit seinen Art-déco-Interieurs und der ikonischen Holzbrücke von Dušan Jurkovič. Ein Spaziergang über den Renaissance-Marktplatz mit seinen bunten Arkaden fühlt sich an wie eine Zeitreise.

7. Třeboň (Wittingau) – Das Land der Teiche

Das Zentrum der tschechischen Karpfenzucht. Die Stadt bietet ein prächtiges Renaissance-Schloss und entspannte Radwege rund um die riesigen, jahrhundertealten Teiche.

8. Litomyšl (Leitomischl) – Kultur und Renaissance

Hier steht eines der schönsten Renaissance-Schlösser Europas (UNESCO). Als Geburtsstadt des Komponisten Bedřich Smetana ist die Stadt zudem ein bedeutendes Zentrum für klassische Musik.

Bechyně: Kurort-Idylle über dem Lainsitz-Tal

Die südböhmische Perle Bechyně thront spektakulär auf einem Felsen. Berühmt für ihr prachtvolles Renaissanceschloss und die lange Tradition der Keramikherstellung, beeindruckt die Stadt zudem durch die „Regenbogenbrücke“, ein kühnes technisches Meisterwerk, das hoch über dem tiefen Tal der Lainsitz thront.

10. Úštěk (Auscha) – Die Stadt der Vogelhäuser

Einzigartig sind hier die sogenannten „Vogelhäuser“ (ptačí domky) – winzige Fachwerkhäuschen, die direkt in den Sandsteinfels über einem Abgrund gebaut wurden.

11. Kašperské Hory (Bergreichenstein) – Das Tor zum Böhmerwald

Eine ehemalige Goldgräberstadt im Böhmerwald (Šumava). Die Stadt liegt malerisch zwischen Bergen und wird von der mächtigen Burg Kašperk bewacht.

📍 Besuchertipp: Übernachtung in der Kleinstadt

Plane in diesen Städten mindestens eine Übernachtung ein, statt sie nur als Tagesausflug zu besuchen. Sobald die Tagestouristen am späten Nachmittag abgereist sind, entfalten diese Orte eine magische Ruhe. Die Preise für Pensionen und lokale Gasthöfe sind zudem oft deutlich niedriger als in den touristischen Zentren.