Die 9 schönsten Badeseen in Tschechien
Die schönsten Seen in Tschechien zum Baden & Wassersport – 9 Orte, die du lieben wirst
Tschechien ohne Meer? Macht gar nichts. Wer einmal an einem der glasklaren Seen des Landes gebadet hat, weiß: das hier ist Sommerglück pur. Zwischen bewaldeten Hügeln, alten Steinbrüchen und weiten Stauseen verstecken sich echte Naturparadiese – perfekt zum Schwimmen, Paddeln, Segeln oder einfach zum Seele baumeln lassen. Ich habe mich auf den Weg gemacht, um die schönsten Seen Tschechiens zu entdecken – und bin gleich mehrfach baden gegangen. Im besten Sinne.
1. Lipno-Stausee – der „tschechische Bodensee“
Ganz im Süden, an der Grenze zu Österreich, liegt der Lipno-Stausee – und er ist riesig. Mit seinen 48 Quadratkilometern Fläche ist er der größte See Tschechiens und ein echtes Eldorado für Wassersportler. Hier kann man segeln, surfen, Stand-up-Paddeln, baden oder einfach im Liegestuhl sitzen und zusehen, wie die Sonne im Wasser glitzert.
Rund um Lipno nad Vltavou herrscht im Sommer fast Mittelmeer-Feeling. Kinder bauen Sandburgen, während drüben auf dem Wasser bunte Segelboote vorbeiziehen. Ich habe hier meinen ersten SUP-Versuch gewagt – und bin gleich dreimal ins Wasser gefallen. Aber ehrlich: bei 25 Grad Wassertemperatur war das eher Erfrischung als Peinlichkeit.
Geheimtipp:
Abends lohnt sich ein Abstecher in die Bar „Horká Voda“ direkt am Ufer – dort gibt’s Sundowner mit Blick auf den See und die Alpen im Hintergrund. Und wer mag, fährt am nächsten Tag zum Baumwipfelpfad, der den perfekten Panoramablick bietet.
2. Máchovo jezero – Romantik und Ruderboote
Nur eine Stunde nördlich von Prag liegt der Máchasee, benannt nach dem tschechischen Dichter Karel Hynek Mácha, der hier einst spazierte und schwärmte. Wenn der Nebel am Morgen über dem Wasser hängt, versteht man sofort, warum. Das Ufer ist von Kiefern gesäumt, die Luft riecht nach Harz und Sommerferien.
Hier geht’s entspannt zu: Ruderboote schaukeln auf dem Wasser, Kinder springen von kleinen Holzstegen, und an den Stränden in Doksy und Staré Splavy bekommt man Eis am Stiel und Bratwürste. Ich habe mir dort ein Tretboot gemietet – und bin prompt in ein Regattafeld von Enten geraten. Sie haben mich souverän ignoriert.
Gastro-Tipp:
Im „Restaurant Slunce“ in Doksy gibt’s frischen Zander direkt aus dem See – mit Kartoffeln und einem kühlen Bier aus Pilsen. Sommer kann so einfach sein.
3. Slapy-Stausee – das Abenteuer für Wassersportler
Etwa 40 Kilometer südlich von Prag liegt der Slapy-Stausee – ein Paradies für alle, die es aktiv mögen. Jetskis, Segelboote, Kajaks und Hausboote: hier ist immer etwas los. An Wochenenden kommen viele Prager für einen Kurzurlaub her, und die Stimmung ist wunderbar lebendig.
Ich habe einmal ein Wochenende auf einem kleinen Hausboot hier verbracht. Morgens vom Deck aus ins Wasser springen, dann Kaffee trinken, während die Sonne langsam über den Hügeln aufgeht – das vergisst man nicht so schnell. Tagsüber kann man in einer der Buchten ankern, baden oder grillen.
Geheimtipp:
In der Bucht Živohošť gibt’s ein verstecktes Café direkt auf dem Steg – „U Toma“. Der Kuchen ist hausgemacht, und wenn du Glück hast, spielt jemand Gitarre, während Boote vorbeiziehen.
4. Jesenice-Stausee bei Cheb – Glasklares Wasser im Westen
Ganz im Westen, nahe Cheb, liegt der Jesenice-Stausee – ein echter Geheimtipp. Das Wasser hier ist unglaublich klar, und an vielen Stellen kann man vom Ufer direkt hineinspringen. Die Stimmung ist entspannt, fast familiär.
Ich habe hier einen Nachmittag mit einer tschechischen Familie verbracht, die mich spontan zum Grillen eingeladen hat. Wir haben geplaudert, gelacht und selbstgemachten Slivovitz probiert. Irgendwann hat der Vater der Familie gesagt: „Hier ist Tschechien noch Tschechien.“ Und ich glaube, er hatte recht.
Gastro-Tipp:
Das Restaurant „U Kachničky“ in Cheb serviert traditionelle böhmische Küche mit Blick auf den Fluss. Ideal für den Abend nach einem Tag am Wasser.
5. Orlík-Stausee – Segeln zwischen Burgen
Der Orlík-Stausee ist nicht nur einer der größten des Landes, sondern auch einer der schönsten. Sein tiefblaues Wasser schmiegt sich in eine dramatische Landschaft aus Felsen, Wäldern und Burgen. Besonders eindrucksvoll: das Schloss Orlík, das direkt am Seeufer thront.
Wenn du segelst oder mit dem Boot unterwegs bist, kommst du unter alten Brücken hindurch und entdeckst kleine, fast versteckte Buchten. Ich bin dort einmal zufällig an einer Gruppe Studenten vorbeigefahren, die auf einem Felsen saßen, Gitarre spielten und sangen – es war wie eine Szene aus einem Sommerfilm.
Insider-Tipp:
Die Region ist auch bei Anglern beliebt. Und wer nicht aufs Wasser will, kann oberhalb des Sees entlangwandern – mit atemberaubendem Blick auf die Moldau.
6. Medard-See – der jüngste See Tschechiens
Nahe Sokolov im Westen Tschechiens liegt der Medard-See – ein riesiger, gefluteter Tagebau, der sich in ein echtes Freizeitparadies verwandelt. Noch ist nicht alles fertig, aber genau das macht den Reiz aus: hier spürt man Aufbruchsstimmung.
Surfer, Radfahrer, Badegäste – alle finden hier ihren Platz. Ich habe am Ufer gesessen, während ein paar Kids mit ihren Boards über die Wellen sprangen. Der Wind kam warm vom Erzgebirge, und ich dachte: Zukunft kann richtig schön sein.
7. Plumlov-Stausee – das Schloss spiegelt sich im Wasser
In Mähren, unweit von Olmütz, liegt der Plumlov-Stausee – klein, charmant und mit einem märchenhaften Schloss direkt am Ufer. Wenn die Sonne untergeht, leuchtet das Wasser golden, und das Schloss spiegelt sich wie ein Gemälde.
Hier baden Einheimische, Familien picknicken auf den Wiesen, und am Kiosk gibt’s Bier und Bratwurst. Ich habe mich einfach ins Gras gelegt und den Wolken zugesehen. Kein Luxus, kein Lärm – nur Sommer.
8. Lhota-See bei Prag – Sommerfrische vor der Haustür
Nur 25 Kilometer von Prag entfernt liegt der Lhota-See – ein ehemaliger Sandsee mit hellem, klarem Wasser und feinem Sandstrand. Ideal für einen Tagesausflug oder ein Bad nach dem Sightseeing.
Ein Freund aus Prag meinte einmal: „Wenn’s im Sommer 35 Grad hat, gehen wir hier hin – das ist unser Meer.“ Recht hat er. Am Ufer gibt’s kleine Strandbars, und wer will, kann sich ein SUP-Board mieten und gemütlich paddeln.
Gastro-Tipp:
Die Strandbar „Laguna“ serviert einfache, aber köstliche Snacks – Pommes, Käse, Bier. Dazu Musik, Sonne und das Gefühl, weit weg zu sein.
9. Milada-See bei Ústí nad Labem – Natur und Ruhe pur
Zum Schluss noch ein echter Geheimtipp: der Milada-See im Norden Tschechiens. Auch er entstand aus einem gefluteten Tagebau, aber die Natur hat sich ihr Reich längst zurückgeholt. Glasklares Wasser, ruhige Buchten, kaum Touristen – perfekt für alle, die einfach abschalten wollen.
Ich war an einem späten Sommerabend dort, das Licht war weich, das Wasser still. Nur ein paar Schwimmer glitten lautlos vorbei. Es fühlte sich an, als hätte man den See ganz für sich allein.
Checkliste – Sommer, Sonne, Seen
- [ ] Badehose und Sonnencreme einpacken
- [ ] SUP-Board oder Kajak ausleihen
- [ ] Sonnenuntergang am Lipno-Stausee erleben
- [ ] Zander am Máchasee probieren
- [ ] Schloss Orlík vom Boot aus fotografieren
- [ ] Geheimtipp Medard-See entdecken
- [ ] Spontane Grillrunde am Jesenice-See