Cheb
Altstadt Cheb – Fachwerk & Geschichte erleben
Cheb – Ein Hauch Mittelalter an der Grenze
Cheb, im Deutschen auch Eger genannt, liegt ganz im Westen Tschechiens, direkt an der Grenze zu Bayern. Die Stadt hat sich ihren mittelalterlichen Charme bewahrt und überrascht mit bunten Fachwerkhäusern, engen Gassen und einem Hauch von Kaiser Barbarossa, der hier einst Hof hielt. Durch seine Lage im Egerland gilt Cheb als kulturelle Brücke zwischen Böhmen und Bayern – ein Ort, in dem sich deutsche und tschechische Geschichte einzigartig verweben.
Während die meisten Besucher Richtung Karlsbad oder Marienbad weiterziehen, lohnt es sich, in Cheb einen Stopp einzulegen – und sei es nur für einen Spaziergang durch die märchenhafte Altstadt.
Der Marktplatz – Herzstück der Altstadt
Der Marktplatz von Cheb (Náměstí Krále Jiřího z Poděbrad) ist einer der schönsten Plätze Böhmens. Hier reiht sich ein buntes Ensemble von Fachwerkhäusern aneinander – darunter auch der berühmte Špalíček, ein einzigartiger Komplex aus zwei Gruppen eng gedrängter Bürgerhäuser, die nur durch eine schmale Gasse getrennt sind.
Besonders abends, wenn die Fassaden im warmen Licht erstrahlen, fühlt man sich wie in einer Zeitreise ins Mittelalter. Rund um den Platz laden Cafés und Restaurants zum Verweilen ein – perfekt, um das Treiben der Stadt zu beobachten.
Kaiserpfalz und St.-Martins-Kirche
Ein Stück oberhalb des Marktplatzes erhebt sich die Kaiserpfalz von Cheb, auch als Pomezíská pevnost bekannt. Die romanische Burganlage stammt aus dem 12. Jahrhundert und war zeitweise Residenz von Kaiser Friedrich Barbarossa. Die dunklen Basaltmauern, die eindrucksvolle Doppelkapelle St. Erhard und St. Ursula sowie die Aussicht von den Burgmauern machen den Besuch zum Highlight.
Gleich nebenan liegt die St.-Martins-Kirche, die mit ihrer Mischung aus gotischen und barocken Elementen beeindruckt. Von ihrem Turm genießt man einen herrlichen Blick über die Dächer der Altstadt bis hinüber nach Bayern.
Spaziergang durch die Fachwerkgassen
Cheb ist eine der wenigen Städte in Tschechien, in der noch zahlreiche Fachwerkhäuser erhalten sind – eine Besonderheit, die man sonst vor allem aus Franken kennt. Ein Bummel durch die Gassen hinter dem Marktplatz führt vorbei an liebevoll restaurierten Bürgerhäusern, versteckten Innenhöfen und kleinen Handwerksläden. Besonders romantisch ist die Křížovnická ulice, eine schmale Straße mit Kopfsteinpflaster, die direkt ins historische Zentrum führt.
Geheimtipps in Cheb
Wer etwas abseits der bekannten Wege unterwegs ist, entdeckt schnell die stilleren Ecken der Stadt:
- Franziskanerkloster: Ein ruhiger Ort mit gotischem Kreuzgang, heute oft für Ausstellungen genutzt.
- Goethe-Park: Ein grünes Fleckchen am Fluss Ohře (Eger), benannt nach dem deutschen Dichter, der hier mehrfach verweilte.
- Chebské muzeum: Das Stadtmuseum im Pachelbelhaus, wo 1634 Albrecht von Wallenstein ermordet wurde – ein Stück europäische Geschichte zum Anfassen.
Gastro-Tipps: Von böhmisch bis bayerisch
Kulinarisch zeigt sich Cheb ebenfalls als Brücke zwischen zwei Welten. Typisch böhmische Küche wie Svíčková (Rinderbraten mit Sahnesauce) oder Knedlíky findet man hier ebenso wie deftige bayerische Einflüsse.
- Restaurant U Krále Jiřího – direkt am Marktplatz, böhmische Klassiker in historischem Ambiente.
- Pivovar Cheb – kleine Brauerei mit urigem Biergarten und hausgemachtem Bier.
- Kavárna Café 11 – modernes Café mit ausgezeichnetem Kaffee und Kuchen, perfekt für eine kleine Pause beim Stadtbummel.
Ausflüge rund um Cheb
Cheb ist auch ein guter Ausgangspunkt für Erkundungen in der Region:
- Egerstausee (Vodní nádrž Skalka): Ein beliebter See zum Baden, Segeln und Radfahren, nur wenige Kilometer westlich der Stadt.
- Franzensbad: Eleganter Kurort mit klassizistischer Architektur, nur 10 Minuten mit dem Zug entfernt.
- Burg Seeberg: Eine gotische Wasserburg außerhalb von Cheb, wunderschön restauriert und mit kleinen Ausstellungen zur Regionalgeschichte.
Praktische Infos für deine Reise nach Cheb
Anreise
- Mit dem Zug: Cheb liegt an der Bahnstrecke Nürnberg – Prag. Von Nürnberg aus erreichst du die Stadt in rund 1,5 Stunden, von Prag in etwa 3 Stunden.
- Mit dem Auto: Über die A93 Richtung Marktredwitz, dann über die Grenze auf die D6.
- Busse: Direktverbindungen gibt es von Pilsen und Karlovy Vary.
Beste Reisezeit
Frühling und Sommer sind ideal, wenn die Straßencafés voller Leben sind. Im Herbst taucht goldenes Licht die Altstadt in besonders romantische Stimmung, während im Winter der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz ein echtes Highlight ist.
Öffnungszeiten
- Kaiserpfalz: April–Oktober täglich geöffnet (meist 9–17 Uhr).
- Stadtmuseum: Dienstag–Sonntag geöffnet, montags geschlossen.
Kleine Checkliste für deinen Besuch in Cheb
- Spaziergang über den Marktplatz mit Špalíček
- Besuch der Kaiserpfalz und der Doppelkapelle
- Fachwerkgassen erkunden
- Pause im Pivovar Cheb mit lokalem Bier
- Ausflug nach Franzensbad oder zur Burg Seeberg