Prager Burg: Alle Sehenswürdigkeiten, Tickets & Tipps
Die Prager Burg – ein Rundgang durch das Herz Tschechiens
Die Prager Burg (Pražský hrad) thront majestätisch über der Moldau und ist das größte geschlossene Burgareal der Welt. Seit über tausend Jahren ist sie das politische, geistliche und kulturelle Zentrum Böhmens und bis heute Sitz des tschechischen Präsidenten. Ein Besuch gleicht einer Zeitreise durch die Geschichte Europas – von romanischen Fundamenten über gotische Pracht bis hin zu barocken und klassizistischen Bauten.
1. Der Veitsdom (Katedrála sv. Víta)
Das Herzstück der Burg ist die Kathedrale des heiligen Veit, die größte Kirche Tschechiens. Ihre gotischen Türme sind schon von weitem sichtbar. Im Inneren erwarten Besucher farbenprächtige Glasfenster, kunstvolle Kapellen und die Grabstätten böhmischer Könige sowie Kaiser Karl IV. Besonders sehenswert ist die Wenzelskapelle mit ihren goldglänzenden Fresken.
2. Der Alte Königspalast (Starý královský palác)
Direkt neben dem Veitsdom liegt der Alte Königspalast, einst Residenz der böhmischen Herrscher. Berühmt ist vor allem der Wladislaw-Saal mit seiner einzigartigen, spätgotischen Rippengewölbe-Decke. Hier fanden Krönungsfeiern und auch bedeutende historische Ereignisse wie der „Prager Fenstersturz“ statt.
3. Die St.-Georgs-Basilika (Bazilika sv. Jiří)
Die romanische St.-Georgs-Basilika ist die älteste Kirche der Burg. Von außen eher schlicht, beeindruckt sie innen durch ihre klare Architektur und die eindrucksvollen Fresken. Hier liegt auch die Heilige Ludmilla begraben, die Großmutter des Heiligen Wenzel.
4. Das Goldene Gässchen (Zlatá ulička)
Ein besonders romantischer Teil der Burg ist das Goldene Gässchen. Die kleinen bunten Häuschen stammen aus dem 16. Jahrhundert und beherbergten einst Burgwachen, Alchemisten und später auch Künstler – Franz Kafka lebte zeitweise hier. Heute sind die Häuschen Museen und kleine Läden.
5. Der St.-Veits-Turm (Großer Südturm)
Von der Aussichtsplattform des Südturms des Veitsdoms genießen Besucher einen atemberaubenden Blick über Prag. Der Aufstieg über mehr als 280 Stufen lohnt sich für die beste Panorama-Aussicht der Stadt.
6. Der Neue Königspalast (Nový královský palác)
Heute dient der Neue Königspalast als Sitz des tschechischen Präsidenten. Einige Räume sind für Besucher zugänglich, darunter die Repräsentationssäle, in denen Staatsbankette und offizielle Empfänge stattfinden.
7. Das Kloster St. Georg (Klášter sv. Jiří)
Angeschlossen an die Basilika liegt das ehemalige St.-Georgs-Kloster, eines der ältesten Frauenklöster Böhmens. Heute befindet sich hier ein Teil der Nationalgalerie mit Ausstellungen alter Kunst.
8. Der Königsgarten (Královská zahrada)
Die Burg ist nicht nur ein Ort der Geschichte, sondern auch der Erholung. Besonders schön ist der Königsgarten, angelegt im 16. Jahrhundert. Hier steht das elegante Königliche Sommerhaus (Belvedere der Königin Anna) – ein Meisterwerk der Renaissancearchitektur.
9. Der Hirschgraben und die Burgbefestigungen
Die Burg war immer auch ein Wehrbau. Im Hirschgraben kann man entlang der Befestigungsanlagen spazieren. Von hier hat man eindrucksvolle Blicke auf die Burgmauern und die Stadt.
10. Der Obere Burghof und die Matthiaskapelle
Der Obere Burghof verbindet die wichtigsten Bauwerke. Besonders sehenswert ist die kleine Matthiaskapelle, die einst für private Andachten diente.
11. Das Lobkowicz-Palais (Lobkowiczký palác)
Am östlichen Ende des Areals liegt das Lobkowicz-Palais, das einzige private Gebäude auf der Burg. Es beherbergt heute ein Museum mit wertvollen Kunstwerken, darunter Gemälde von Bruegel, Velázquez und Canaletto sowie originale Noten von Beethoven und Mozart.
12. Die Burgtore und Ehrenwache
Der Haupteingang führt durch das Matthiastor, ein prachtvolles barockes Portal. Besonders beliebt ist die Wachablösung der Ehrenwache, die täglich zu festen Zeiten stattfindet – ein Highlight für viele Besucher.
Tickets & Öffnungszeiten
- Öffnungszeiten des Burggeländes: täglich von 6:00 bis 22:00 Uhr (kostenfrei zugänglich).
- Öffnungszeiten der Innenräume: in der Regel von 9:00 bis 17:00 Uhr (April–Oktober) und 9:00 bis 16:00 Uhr (November–März).
- Eintrittspreise (2025):
- Besichtigungsroute A (u. a. Veitsdom, Alter Königspalast, St.-Georgs-Basilika, Goldenes Gässchen, Ausstellungen): ca. 450 CZK (ca. 18 €).
- Besichtigungsroute B (etwas kürzer): ca. 250 CZK (ca. 10 €).
- Kinder, Studenten & Senioren: ermäßigter Eintritt.
- Der Eintritt ins Burggelände ist frei, nur für die Innenräume benötigt man Tickets.
- Tickets: können online vorab gebucht oder direkt an den Kassen am Burgeingang gekauft werden.
Ideale Route für deinen Besuch
Ein kompletter Rundgang dauert etwa 3–4 Stunden. Für eine entspannte Besichtigung empfiehlt sich folgende Route:
- Start am Haupteingang (Matthiastor) – gleich die Wachablösung anschauen.
- Durch den Ersten Burghof zum Veitsdom (Innenbesichtigung & ggf. Turmaufstieg).
- Weiter zum Alten Königspalast mit dem Wladislaw-Saal.
- Anschließend die St.-Georgs-Basilika und das St.-Georgs-Kloster besichtigen.
- Durch das malerische Goldene Gässchen schlendern.
- Wer Zeit hat: Abstecher zum Lobkowicz-Palais mit Kunstsammlungen.
- Spaziergang durch den Königsgarten und zum Belvedere.
- Zum Abschluss den Hirschgraben entlang gehen und die mächtigen Burgmauern bewundern.
Tipp: Früh am Morgen oder am späten Nachmittag ist es deutlich ruhiger, da die meisten Reisegruppen mittags unterwegs sind.
Fazit
Ein Besuch der Prager Burg ist ein unvergessliches Erlebnis: Sie vereint über 1000 Jahre europäische Geschichte, atemberaubende Architektur und weltberühmte Kunstwerke. Mit einem klugen Rundgang und etwas Zeit lassen sich nicht nur die großen Highlights wie der Veitsdom entdecken, sondern auch verborgene Schätze wie das Goldene Gässchen oder die stillen Gärten.

