Štramberk: Das malerische Bethlehem Mährens und seine süßen Legenden

Tief im Nordosten Tschechiens, eingebettet in die sanften Hügel der Beskiden, liegt ein Städtchen, das direkt aus einem Märchen der Gebrüder Grimm stammen könnte: Štramberk (Stramberg). Bekannt für seine einzigartigen Blockhäuser und den markanten Burgturm, zieht der Ort Besucher vor allem durch einen Duft an – den Duft von Zimt, Nelken und Sternanis.

Das Stadtbild: Ein Labyrinth aus Holz

Was Štramberk so besonders macht, ist die Architektur. Rund um den Burgberg schmiegen sich gut erhaltene Wallachische Blockhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert an die steilen Gassen. Diese dunklen Holzhäuser mit ihren weißen Fensterrahmen verleihen der Stadt ihren Beinamen „Mährisches Bethlehem“.

  • Der Marktplatz: Ein steiler, gepflasterter Platz, gesäumt von barocken Bürgerhäusern, der zum Verweilen einlädt.
  • Die Trúba: Das Wahrzeichen der Stadt ist der Rundturm der ehemaligen Burg Štramberk. Wer die Holztreppen erklimmt, wird mit einem fantastischen Panoramablick über die Dächer der Stadt und die Ausläufer der Beskiden belohnt.

Die „Stramberger Ohren“ (Štramberské uši)

Man kann Štramberk nicht besuchen, ohne die lokale Spezialität zu probieren. Es ist das erste tschechische Lebensmittel, das durch die EU als geschützte geografische Angabe registriert wurde. Das Gebäck ist eine Art gewürzter Honigkuchen, der zu einer Ohrenform gerollt wird. Doch hinter dem süßen Geschmack verbirgt sich eine dunkle Legende:

Im Jahr 1241 fielen die Tataren in Mähren ein. Die Einwohner von Štramberk versteckten sich auf dem Hügel Kotouč. Während eines schweren Unwetters gelang es den Verteidigern, den Damm eines nahegelegenen Teiches zu durchstechen und das Lager der Tataren zu fluten. Als das Wasser abfloss, fanden die Einheimischen Säcke voller abgehackter Ohren, die die Tataren gesammelt hatten, um sie ihrem Khan als Beweis für ihre Grausamkeit zu schicken. Zur Erinnerung an diesen Sieg backt man heute die süßen Ohren.

Natur & Wellness vor Ort

  • Jeskyně Šipka (Schipka-Höhle): Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt diese berühmte Höhle, in der 1880 Überreste eines Neandertaler-Kindes gefunden wurden. Ein Muss für Geschichtsinteressierte!
  • Bier-Wellness: Štramberk ist auch für seine Brauerei bekannt. In der „Městský pivovar“ (Stadtbrauerei) kann man nicht nur das lokale Bier kosten, sondern auch in Bierbädern entspannen.

📍 Mein Tipp für Genießer

Kauft die „Ohren“ nicht im Supermarkt, sondern direkt in einer der kleinen Bäckereien in der Altstadt. Dort werden sie oft noch warm verkauft und du kannst zusehen, wie sie von Hand gerollt werden. Manche Läden bieten sie auch gefüllt mit Sahne oder Eis an – eine moderne Variation des Klassikers!

Zu guter Letzt: Štramberk ist ein Ort für die Sinne. Die Kombination aus der würzigen Luft des Waldes, dem Duft des Gebäcks und der Stille in den Holzhäusern macht dieses Bergstädtchen zu einem der romantischsten Ausflugsziele in ganz Tschechien.